#1 Für Freunde der deutschen Sprache von eljem 28.08.2019 00:50

Da wir in einigen Themen auch über sprachliche Dinge diskutierten, möchte ich den Roman "Grimms Wörter" von Günter Grass empfehlen. Auch wenn die Rezensionen sehr heterogen ausfallen. Beispiel:
https://www.perlentaucher.de/buch/guente...ms-woerter.html
Ich bin kein guter Freund des Günter Grass, was seine politischen Aktivitäten angeht. Aber als Schriftsteller finde ich ihn gut. Inhaltlich geht es in dem Buch um 2 Dinge: er beschreibt das Leben der Gebrüder Grimm (die die meisten Deutschen wohl nur als Märchenonkels kennen) und damit gleichzeitig das Entstehen des ersten Deutschen Wörterbuches, dessen erster Teil "Von A bis Biermolke" heisst. Daneben, und das wird aus meiner Sicht nicht ganz zu Unrecht kritisiert, schiebt Grass immer wieder Episoden aus seinem Leben ein und läuft so Gefahr, genau das zu ernten, was einigen Rezensenten aufstößt. Die Kritik, er wolle sich in den Vordergrund drängen. An Selbstbewusstsein hat es Grass noch nie gemangelt. Das stimmt wohl.

Trotzdem sehr interessant. Ich habe viel gelernt über die Herkunft mancher Worte (oder Wörter ? ), Wendungen und Schreibweisen unserer Sprache. Zum Beispiel über das "Phänomen" der Groß- und Kleinschreibung. Und nebenbei auch einige historische Dinge.

#2 RE: Für Freunde der deutschen Sprache von OldMan 28.08.2019 12:31

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In der Tat, man sollte sich um das Deutsche kümmern.
Wenn man heute in die Medien sieht (und hört), dann sollte man jedoch eher BE-kümmert (bekümmert) sein. Dies ob der vielen Formulierungen, die sich gegen das Deutsche eingeschlichen haben und deren Ursprung man auch allzuleicht erkennt: Meistens kommt es aus der "lingua franca" der "modernen Welt", dem (amerikanischen) Englischen. Hier müsste man eigentlich sagen: Wehret den Anfängen", denn diese Sprache der (euphemistisch gesagt:) Werbung beginnt, sich dem alltäglichen Deutsch zu überlagern. Bei manchem Wort, mancher Redewendung muss man allerdings auch eingestehen (und es deren Nutzern zugestehen), dass sie eine Erscheinung der modernen, globalen Welt treffend charakterisiert, für die kein eigenes Wort im Deutschen abgeleitet werden kann. Gerade im Fachwort-Bereich muss man das sicherlich tolerieren. Nicht jedoch kann Kauderwelsch im Alltäglichen akzeptiert werden.
Und hier stelle ich fest, dass in zunehmendem Maße NICHT mehr gelesen wird; man starrt auf Bild-Inhalte und das derart intensiv, dass sich beispielsweise Mütter kaum noch mit dem Kind im Kinderwagen oder Sportwagen beschäftigen: Sie schieben mit der einen Hand das Kind, das nach vorn sitzend ohne Blickkontakt zur Mutter verständnislos in die Gegend blickt, mit der anderen Hand hält sich die junge Frau (oder auch die ältere!) das "Smartphone" vor die Nase...
Das ist nur ein Beispiel. Und dann: Wenn gelesen wird, dann kaum Literatur sondern Trivia; selbst "bildungsnahe" Personen.

Ich halte es für wichtig, sich mit der deutschen Sprache zu beschäftigen. Sie ist die nationale Klammer dieses Landes (und anderer). Sicherlich hat sie an Geltung in der Welt immens verloren, dennoch: Es ist meine Muttersprache und sie trägt mein Vaterland.
Insofern halte ich Bücher, die sich mit dem Deutschen auseinandersetzen, für wichtig, nicht nur für Menschen mit einer germanistischen Ader. Aber auch jedes geistig anspruchsvolle Buch ist wichtig. Und besonders im Kindesalter sollte man Mädchen und Knaben in die Bibliotheken führen und darauf achten, was sie zu lesen sich unterfangen.
Den Grass werde ich nicht lesen; ich mag ihn, den Schriftsteller als Menschen, nicht. Es gibt auch anderes. Und den "Verein Deutsche Sprache" e.V.

OldMan

#3 RE: Für Freunde der deutschen Sprache von ovmsteff 28.08.2019 12:53

Der VDS stellt auf seiner Seite auch den Anglizismen-Index ein. Herrlich! Ebenso erbaulich ist die Kolumne "Der denglische Patient" auf n-tv. Und dem Bastian Sick seine Seite

Falls es stimmen sollte, dass Sprache Ausdruck des Geistes sei, ist mir ob des Geisteszustandes vieler Menschen bange.

#4 RE: Für Freunde der deutschen Sprache von Einzelgänger 28.08.2019 13:11

Zitat von OldMan im Beitrag #2
... Ich halte es für wichtig, sich mit der deutschen Sprache zu beschäftigen. Sie ist die nationale Klammer dieses Landes (und anderer). Sicherlich hat sie an Geltung in der Welt immens verloren, dennoch: Es ist meine Muttersprache und sie trägt mein Vaterland.

Insofern halte ich Bücher, die sich mit dem Deutschen auseinandersetzen, für wichtig, nicht nur für Menschen mit einer germanistischen Ader. Aber auch jedes geistig anspruchsvolle Buch ist wichtig. Und besonders im Kindesalter sollte man Mädchen und Knaben in die Bibliotheken führen und darauf achten, was sie zu lesen sich unterfangen.

OldMan


Danke! Du schreibst mir aus der Seele ...

Wolfgang

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