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#21 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Bauleiter 23.02.2019 04:10

Ich präzisiere das nochmal:
Die haben hinten am Verschluß Lumpen und sonstwas reingesteckt, dann von vorne Wasser eingefüllt. Dann die Mündung mit Holzpropfen verschlossen.
Anschließend Kartusche geladen und abgefeuert.

#22 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Trapperleise 23.02.2019 13:03

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Genau, und die Folge war:
@Bauleiter ""Wir hatten dann das "Vergnügen", den Einschlag einiger Holzklötze ziemlich nahe bei unserer Stellung zu erleben.""

Die haben sich offenbar keine Waffel gemacht, schließlich hatte man ja Stahlhelm auf Das war typisch Kolja!
Die kamen ja auch urplötzlich mit ihren Panzern aus dem Wald auf die Straße. Da hatte mal ein schnöder Zivilist hier in meiner Gegend ein riesen Problem mit. So ein kleiner 500er Tabi zwischen zwei Panzern - ohoh!
Bei Lieberose führte eine normale Straße mitten durch einen TÜP. Da haben die von einem Teil, über die Straße, zum anderen Teil des TÜP geballert! Auch nicht schlecht!

#23 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Bauleiter 23.02.2019 13:55

Das Regiment nebenan war zu meiner Zeit als Mitarbeiter des MfS in einer Kreisdienststelle die "Sondereinheit" der Garnision Ohrdruf der GSSD.
Sie besuchten uns immer am 8.Februar, und als ich in der Dienststelle Mitarbeiter wurde, war der Chef heilfroh, daß er jetzt jemanden hatte, der den Übersetzer machen konnte.
Und so trafen wir uns zu Volleyball-Turnieren, Grillfest, Fußball und anderen Aktivitäten, was immer ein großes Gaudi war.
Irgendwann 1982-1986 luden uns die Freunde zu einem Treffen in ihrer Garnision ein.
Das fand auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf statt. Wir fuhren nach dem offiziellen Teil in der Kaserne dann ziemlich weit raus auf den Platz.
Dort waren Zelte aufgebaut für die Verpflegung. Es fehlte an nichts.

Dann begann der "offizielle Wettkampf" zwischen den "Einheimischen" und uns Gästen.
Wir hatten eine Schießbahn mit Klappscheiben und jeder, der wollte, konnte schießen.
Munition war in einem Diplomatenkoffer als Schüttgut, wurde freihändig vergeben.
Wir schossen zunächst Makarow im Wettbewerb, Ergebnis war ziemlich gleich.
Dann durften auch Ehefrauen und Kinder schießen. Eine Stetschkin auf Dauerfeuer in unbedarften Händen kann seltsame Ergebnisse bringen .....kreuzgefährlich....
Die Kinder unserer Freunde waren jedenfalls perfekt an den Waffen ausgebildet.
So haben wir zunächst im Wettbewerb geschossen, dann nur noch aus Spaß.
Ich als Fotoreporter der KD hatte das ganze über den Tag hinweg mit vielen Fotos dokumentiert.
Leider hatte man mich dann zum Ende der Aktion so mit Wodka abgefüllt, daß ich gar nicht merkte, wie sie den Film aus meiner Practica rausgezogen haben.......

Damit waren komprommiterende Fakten halt weg, nicht vorhanden.
Auch gut .... Der Spaß war groß genug.

#24 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Phobos2.1 23.02.2019 16:30

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Bauleiter, die wollten sicher nur einen "Kontrollblick" auf den belichteten Film werfen.
Den hätten die dann wieder reingewürgt. Ging nicht...keine händische Koordination mehr....

#25 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Hogo 23.02.2019 23:19

In dem Zusammenhang erinnere ich an den Beginn der Woche der Waffenbrüderschaft. Wurde die eigentlich 1990 noch begangen, ich war zu dem Zeitpunkt in Leningrad und habe so richtig keine Erinnerung mehr daran. Gestern war dazu der Empfang in der Botschaft.
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#26 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von R2D2 13.03.2019 21:26

Zitat von OldMan im Beitrag #7
...
Genauso wurden stehengelassene hungernde Regulierungsposten von der mitleidigen deutschen Bevölkerung verpflegt: Das war auch so eine Schande, denn zumindest den meisten erschien das Prinzip zu sein, die Jungs einfach zu vergessen.

OldMan


Das stimmt durchaus.
1973 lief mal eine Übung der Russen im Kreis Nauen, heute Havelland. In der Nähe von Friesack blieb ein URAL mitten auf der Straße liegen, wenigstens konnte er noch auf dem Seitenstreifen platziert werden. Der Fahrer blieb natürlich im Fahrzeug.
Nach zwei Tagen hatten wir uns schon gewundert, der stand immer noch da.
Am Tag darauf kam der örtliche LPG-Vorsitzende zu mir und hat mir aufgetragen, mal aus dem Kühlschrank was zusammenzupacken, dazu ein Brot und das alles dann mal im LKW abzuliefern, damit der arme Kerl nicht verhungert.
Am LKW dann mal gegen die Türe gebummert, er hat dann auch aufgemacht. Große Überraschung, so fast die ganze Sitzbank war voll von Lebensmitteln.
Andere hatten also auch schon dran gedacht.
So gut wird er in der Kaserne nicht mehr gelebt haben.

#27 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Hogo 15.03.2019 17:59

Zitat von R2D2 im Beitrag #26
Zitat von OldMan im Beitrag #7
...
Genauso wurden stehengelassene hungernde Regulierungsposten von der mitleidigen deutschen Bevölkerung verpflegt: Das war auch so eine Schande, denn zumindest den meisten erschien das Prinzip zu sein, die Jungs einfach zu vergessen.

OldMan


Das stimmt durchaus.
1973 lief mal eine Übung der Russen im Kreis Nauen, heute Havelland. In der Nähe von Friesack blieb ein URAL mitten auf der Straße liegen, wenigstens konnte er noch auf dem Seitenstreifen platziert werden. Der Fahrer blieb natürlich im Fahrzeug.
Nach zwei Tagen hatten wir uns schon gewundert, der stand immer noch da.
Am Tag darauf kam der örtliche LPG-Vorsitzende zu mir und hat mir aufgetragen, mal aus dem Kühlschrank was zusammenzupacken, dazu ein Brot und das alles dann mal im LKW abzuliefern, damit der arme Kerl nicht verhungert.
Am LKW dann mal gegen die Türe gebummert, er hat dann auch aufgemacht. Große Überraschung, so fast die ganze Sitzbank war voll von Lebensmitteln.
Andere hatten also auch schon dran gedacht.
So gut wird er in der Kaserne nicht mehr gelebt haben.



In Friesack blieben die öfter mal liegen. So 1968/69 hatten 3 sowjetische Soldaten ein kleines Lager in der Nähe der Freilichtbühne/ Friedhof aufgebaut. Wir waren natürlich da und haben sie auch versorgt. Zum Dank brachten sie uns damals bei, wie man mit der Kalaschnikow umgeht, das Zerlegen und Zusammenbauen habe ich dort gelernt. Da war ich so 10-11 Jahre alt.

#28 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Ebro 12.11.2019 12:49

Zitat von Hogo im Beitrag #27

Genauso wurden stehengelassene hungernde Regulierungsposten von der mitleidigen deutschen Bevölkerung verpflegt: Das war auch so eine Schande, denn zumindest den meisten erschien das Prinzip zu sein, die Jungs einfach zu vergessen.


Ich hatte Ende der 80-er in einem Schulungsobekt der SPK mitten im Wald gewohnt. War sehr idyllisch. Rundherum waren verschiedene Kasernen der Freunde, hat man so manches erlebt.
Ich hatte irgendwann Nachtdienst in der KD, bekam ein Fernschreiben, dass aus der Kaserne nebenan einer abgehauen ist. Als ich dann morgens heim fuhr, sah ich schon an einer Weggabelung 3 Mann sitzen. "Aha, dachte ich, die suchen Wladimir......"(den Namen wusste ich ja).
Es war Samstag und da kam einer von den Dreien zu mir in den Garten, gab mir 20 Mark und meinte sie haben Hunger, ob ich nicht.......!
Habe ich meinen Trabi aus der Garage geholt und habe Brötchen, Wienerle, und Mineralwasser besorgt. Alles hingebracht mit freundlichen Worten. Dabei war auch ein Oberleutnant der mir nur seine Rückseite zeigte. War zu stolz einzugestehen, dass er auch Hunger hatte.
Abends bin ich wieder hin, meine Frau hatte belegte Brote gemacht und Tee gekocht, mit Schuss. habe ich abgeliefert mit den Worten, der Oltn. soll aber nichts Gorbatschow sagen. Da war das Eis dann gebrochen. Später kam dann meine Frau noch dazu, war als diplomierte Russischlehrerin eine grosse Hilfe, wir sassen dann rund um das Feuer und haben über Gott und die Welt diskutiert. War sehr interessant, da habe ich das erste Mal was von den Konflikten um Nagorni Karabach erfahren aus erster Hand sozusagen.
Auf die Frage dann, warum ich ihnen helfe, habe ich geantwortet, dass ich auch Offizier bin und weiß, dass sie Wladimir suchen. ob sie denn meinen, dass der hier am Feuer vorbei kommt??
Nein, sicher nicht, aber ihre Vorgesetzten glauben das.
Dieses Prozedere zog sich über mehrere Tage. Eines Tages war Personalwechsel. ich kam wieder mit meinem Tablett, auf einmal sprangen die auf und nahmen Haltung an. hatte sich sicher rumgesprochen, dass Verpflegung durch einen Offizier des KGB sichergestellt wird.
Diese Erlebnisse hatte ich damals zu Hauf, irgendwie taten mir die Jungs ziemlich leid, hat sich keiner von ihrer Seite gekümmert.

#29 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von ovmsteff 29.11.2019 09:20

Der "Historikus Vogtland" beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit den Sowjets in Plauen.
Kann das Heft empfehlen...

http://www.historikus-vogtland.de/

#30 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von R2D2 29.11.2019 11:46

Bestellt.

#31 RE: Persönliche Eindrücke vom "Regiment nebenan" während der aktiven Dienstzeit von Maddox 18.04.2020 13:15

Old Man , das mit den Kohlen kann ich bestätigen . Meine Großeltern hatte ein sehr großes Gartengrundstück und daneben war der Kohlenhof der Freunde gegenüber ihre Kasernen . Egal wie das Wetter war , die Soldaten mußten von Hand die LKWs beladen , der Offiziert blieb im Auto . Die durften im Sommer nicht mal Wasser von uns annehmen . Wenn wir dann abends nach hause gelaufen sind , wurden wir des öfteren durch den Zaun angesprochen ob wir tauschen möchten . Strumpfhosen , Nagellack , Kaffee und Zigaretten waren sehr beliebt aber auch Geld . Die Freunde hatten sehr gute Uhren.
Ich ging damals noch zur Schule , aber so etwas bleibt hängen .

gruß in die Runde

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